Naturschutz & Erneuerbare Energien zusammengedacht

Energiewende und Schutzgebiete

Mit der in Deutschland angestrebten Energiewende (bis 2050 sollen 80 Prozent des Energiebedarfs aus erneuerbaren Energiequellen generiert werden) geht eine zentrale Herausforderung in Bezug auf den Naturschutz einher, denn die Dezentralität der Erzeugung erneuerbarer Energien bedingt einen „tiefgreifenden Landschaftswechsel“ (BfN, 2019, S.6). Dieser resultiert daraus, dass die Energieversorgung durch erneuerbare Energien im Vergleich zu zentralen fossilen oder nuklearen Kraftwerken eine große Anzahl an neuen kleineren Anlagen benötigt. Schon heute sind drei Viertel der weltweiten Landfläche entscheidend durch den Menschen verändert. Die Flächenknappheit führt dazu, dass erneuerbare Energien in Konkurrenz mit Naturschutz treten. In den folgenden Abschnitten soll deswegen auf Konflikt- aber auch Synergiepotentiale von erneuerbaren Energien und Naturschutz eingegangen werden.

UNESCO Biosphärenreservate als Modellregionen für nachhaltige Entwicklung

Das Man and the Biosphere -Programm (MAB) vernetzt, evaluiert und entwickelt weltweit die Biosphärenreservate weiter. Die aktuelle Strategie des MAB-Programmes, sieht vor, dass die Biosphärenreservate zur Erfüllung der Ziele der Agenda 2030 und des Pariser Klimaabkommens beitragen. Außerdem verabschiedete der internationale Koordinierungsrat des MAB-Programmes im Jahr 2011 die „Dresdner Erklärung“ zu Biodiversität und Klimawandel. „Darin haben sich die Repräsentanten des Weltnetzes der Biosphärenreservate dafür ausgesprochen, die Ziele des Klimaschutzes und der Anpassung an den Klimawandel in Verbindung mit dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt in den von der UNESCO anerkannten Gebieten umzusetzen. Die Biosphärenreservate wollen damit ihrem Anspruch gerecht werden, Modellregionen für eine nachhaltige Entwicklung zu sein.“ (UNESCO, 2012, S.1)

Konflikte und Synergien von erneuerbarer Energieversorgung und Naturschutz

Im folgenden Abschnitt werden zunächst die Konflikt- und Synergiepotentiale der Energieformen Bioenergie, Solarenergie und Windenergie erläutert, ihre Flächeneignung für bestimmte Standorte in einer Tabelle dargestellt und anschließend auf die Nutzung erneuerbarer Energien, insbesondere in Biosphärenreservaten, eingegangen.
Die nachfolgenden Aufzählungen haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern sollen einen Eindruck über mögliche Konflikt- und Synergiepunkte zwischen dem Ausbau erneuerbarer Energien und Naturschutz vermitteln.

In dieser Tabelle wurden für die Energiearten Solarenergie (PV-Dach/ PV-Freifläche) und Bioenergie (KUP (Kurzumtriebsplantagen)/ Holzheckenpflege/ Landschaftspflegegras/ Energiepflanzen) die Flächeneignung für diverse Standorte zusammengetragen. Dabei wird unterschieden zwischen möglichen Synergien (S), weder Synergien noch Konflikte (O), mögliche Konflikte (K), nicht zutreffend/nicht möglich (N) oder stark vom Einzelfall abhängig (E).

Im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsvorhabens veröffentlichte das Bundesamt für Naturschutz (BfN) 2017 einen umfangreichen Gesamtbericht mit dem Titel Nationale Naturlandschaften (NNL) und erneuerbare Energien. In dem Vorhaben wurde die Erzeugung von erneuerbaren Energien in Biosphärenreservaten und Naturparken in einer Bestandsanalyse in 14 Fallstudiengebieten betrachtet, sowie die Auswirkungen der Erzeugung erneuerbarer Energien auf die Schutzgüter und Steuerungsmöglichkeiten der Gebietsträger untersucht.

Klimaschutz und Naturschutz bedingen einander, führen aber auch zu Konflikten. Synergien zwischen beiden besser zu nutzen und Konflikte zu minimieren – dazu möchte das Handbuch „Klima- und Naturschutz: Hand in Hand beitragen. Das Handbuch ist das Ergebnis des Forschungs- und Entwicklungsvorhabens „Modellhafte Erarbeitung regionaler und örtlicher Energiekonzepte unter den Gesichtspunkten von Naturschutz und Landschaftspflege“ der Technischen Universität Berlin.

Außerdem beschäftigte sich von 2009- 2011 ein Forschungs- und Entwicklungsvorhaben des BfN mit dem Titel Biosphärenreservate als Modellregionen für Klimaschutz und Klimaanpassung mit der naturverträglichen und modellhaften Gestaltung der Energiewende in Biosphärenreservaten.

Biosphärenreservate sind in drei Zonen eingeteilt. Die Kernzonen der Biosphärenreservate kommen aufgrund ihres Vorbehaltes für eine natürliche Entwicklung nicht in Frage für die Errichtung technischer Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien. Auch in den Pflegezonen, welche der Erhaltung extensiv genutzter Kulturlandschaften dienen, ist der Bau von Energieerzeugungsanlagen nicht vorgesehen. Diese beiden Zonen machen in der Regel ca. 20% bis 50% der Biosphärenreservate aus. Nach Einschätzung des Bundesamtes für Naturschutz führt die Einhaltung dieser Beschränkung zu keinem Konflikt zwischen „dem Ziel der Erhaltung und Entwicklung der naturschutzfachlichen Qualität des Gebietes und dem Ziel der Förderung einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung“ (Gehrlein et al. 2017b, S.467).
In den Entwicklungszonen hingegen ist die Nutzung von erneuerbaren Energien nicht generell ausgeschlossen, es sollte aber auf die Einhaltung hoher Standards geachtet werden. Ziel ist es in den Entwicklungszonen Wirtschaftsweisen zu etablieren, welche Mensch und Natur gleichermaßen gerecht werden. Dabei sollen landschaftstypische Siedlungs- und Landnutzungsformen berücksichtigt und die Vielfalt möglicher Nutzungen aufgezeigt werden. Zu der Nutzung von Windkraft und Biomasse in den Biosphärenreservaten veröffentlichte das MAB-Nationalkomitee ein Positionspapier, in welchem es beschreibt, unter welchen Umständen Windkraft und Biomassenutzung in den Biosphärenreservaten ermöglicht werden kann. Der Bau technischer Anlagen sollte sich generell auf „Flächen mit geringem naturschutzfachlichem Wert bzw. geringer Empfindlichkeit“ (Gehrlein et al. 2017b, S. 467) beschränken.
Zu den Anforderungen, welche das MAB-Nationalkomitee an die Errichtung von Windenergieanlagen stellt, zählen neben naturschutzfachlichen Anforderungen auch gesellschaftliche und soziale Aspekte wie beispielsweise die Berücksichtigung regionaler Wertschöpfung durch eine hohe Bürger*innenbeteiligung, hohe Planungs- und Prüfungsqualität und weitere .
In Bezug auf die Biomassenutzung sieht das MAB-Nationalkomitee die Herausforderung in der Ausgestaltung einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Produktion und der Vermeidung von langjährigen Monokulturen. Für eine möglichst nachhaltige Biomassenutzung empfiehlt das Nationalkomitee deshalb eine standortangepasste mindestens dreigliedrige Fruchtfolge, die Reduzierung des Austrags von Stickstoff durch effiziente Düngung, keine Gewinnung von Ackerflächen durch Grünlandumbruch, die Förderung von blütenreichen Dauerkulturen und die Belassung und Neuanlage von Blühstreifen, Wegeseitenräumen, landwirtschaftlichen Kleinstrukturen und Hecken zur Biotopvernetzung im Umfang von mindestens 7% der betriebsbezogenen landwirtschaftlich genutzten Fläche. Außerdem sollte der Energiepflanzenanbau in der Pflegezone auf ein Minimum beschränkt sein und nach Ökolandbaustandards erfolgen. Weiter wird die energetische Nutzung von Pflegeschnitt aus der Region gegenüber dem Anbau von Energiepflanzen bevorzugt und eine vollständige Nutzung der Wärme aus Biogasanlagen soll sichergestellt werden.
Eine Regulierung des Anbaus von Biomasse in Biosphärenreservaten ist laut Nationalkomitee schwierig, da in der Regel keine Handhabe für die räumliche Steuerung landwirtschaftlicher Nutzung vorliegt. Das Komitee schlägt deshalb vor, Anreize über rechtliche Initiativen oder finanzielle Anreize zu setzten, wie beispielsweise die Verknüpfung der Vergütung von Strom aus Biomasse mit der Erfüllung ökologischer Standards. Hierfür legt das EEG in §64b, Ziffer 1a bereits durch die Möglichkeit einer Verordnungsermächtigung eine Grundlage.

Die Energieerzeugungsanlagen in und um die Biosphärenreservate Schaalsee, Niedersächsische Elbtalaue und Flusslandschaft Elbe sind in einer Karte dargestellt (  Freiflächensolar >100 W,  Windenergie,  Bioenergie). Als Quelle der Datenpunkte wurden Daten, welche im Rahmen des Forschungsvorhabens „Naturschutzfachliches Monitoring des Ausbaus der erneuerbaren Energien im Strombereich und Entwicklung von Instrumenten zur Verminderung der Beeinträchtigung von Natur und Landschaft“ („EE-Monitor“, 2020) im Jahr 2015 erhoben wurden, genutzt. Die Daten für Solarfreiflächen wurden außerdem um Daten aus dem Markstammdatenregister ergänzt, hierbei wurden Anlagen welche bis Anfang Juli 2020 registriert wurden berücksichtigt. In der Karte werden Anlagen abgebildet, die sich in Gemeinden befinden, welche entweder ganz oder anteilig in einem der beiden Biosphärenreservate liegen. Bei Betrachtung der Datenpunkte fällt auf, dass in der Modellregion besonders die Energieerzeugung aus Bioenergie von Bedeutung ist (vgl. hierzu Kapitel Energie vor Ort).
Der Status-Quo der Nutzung erneuerbarer Energien wurde im Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsvorhabens „Nationale Naturlandschaften (NNL) und Erneuerbare Energien“ im Jahr 2017 (Gehrlein et al., 2017a; 2017b; 2017c) erfasst und beschrieben. Aus diesem Grund ist die Datenlage für das Biosphärenreservat Elbtalaue umfassender. Der ausführliche Bericht über das Biosphärenreservat Elbtalaue findet sich hier. Im Detail und bezogen auf die Landkreise wird die Nutzung erneuerbarer Energien außerdem in dem Kapitel Energie vor Ort beschreiben.

Die Region des Biosphärenreservats Niedersächsische Elbtalaue liegt in großen Teilen in der Bioenergie-Region Wendland/Elbetal (vgl. Energie vor Ort– Lüchow-Dannenberg). Im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsvorhabens „Biosphärenreservate als Modellregion für Klimaschutz und Klimaanpassung“ des Bundesumweltministerium und des Bundesamtes für Naturschutz wurde der „Leitfaden Bioenergie und Naturschutz “ im länderübergreifenden Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe erstellt. In dem Leitfaden wird berichtet, dass in den Biogasanlagen der Region Wendland/Elbetal zu ca. 80 Prozent Mais verwertet wird, gefolgt von Getreide und Gräsern (Stand 2009). Die Erzeugung von Bioenergie bedarf Anbauflächen für den Energiepflanzenanbau. Dieser Flächenbedarf steht in Konkurrenz mit der Erhaltung landschaftlicher und ökologischer Qualitäten.
Konflikte: Neben den bereits erwähnten möglichen Problemen (s.o.) kommt es im Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue zu einem weiteren Konflikt zwischen der Bioenergieerzeugung und dem Naturschutz. Aufgrund ökonomischer Überlegungen wird der Großteil der Energiepflanzen im direkten Umfeld der Anlagen angebaut. So kommt es zu einer Überlagerung von Schutzgebieten und für den Energiepflanzenanbau bedeutsamen Flächen. Dies führt aufgrund der hohen Dichte an Bioenergieanlagen im Wendland/Elbetal zu einer Fragmentierung von Habitaten und der Ausbildung isolierter Habitatinseln.
Potenziale: Laut Einschätzung des Bauernverbandes Nordostniedersachsen e.V. ist das Potential für einen weiteren Ausbau der Bioenergienutzug nahezu erschöpft. Eine verbesserte Wärmenutzung und somit Effizienzsteigerung bereits bestehender Bioenergieanlagen könnte deshalb eine Möglichkeit sein, auch zukünftig die Wirtschaftlichkeit der Anlagen sicherzustellen. In der Bioenergieregion Wendland/Elbetal war 2012 an 16 von 27 Biogasanlagen ein Nahwärmenetz angeschlossen.
Ein weiteres Potenzial wessen sich im Rahmen verschiedener Foren und „runder Tische“ im Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue bzw. in der Bioenergieregion Wendland/Elbetal angenommen wurde ist die „Erarbeitung und Abstimmung regional umsetzbarer Anbaustandards“ für Bioenergiepflanzen (UNESCO, 2012). Eine Verwertung von Landschaftspflegematerialien aus dem Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue findet laut Gehrlein et al. (2017c) beispielsweise in Bleckede, in Form von Holzhackschnitzeln statt. Grünschnitt wiederum wird in Biomeilern auf dem Landschaftspflegehof Höhbeck und des Vereins Konau11 energetisch verwertet.
Außerdem wurde eine mögliche Nutzung von Wildpflanzen als Ersatz der momentan genutzten Energiepflanzen erprobt. Dies würde Synergien zwischen einer erneuerbaren Energieerzeugung und dem Naturschutz fördern, da die getesteten Wildpflanzen als Dauerkulturen angelegt werden, was den Boden schont. Des Weiteren handelt es sich bei der Wildpflanzenmischung um heimische Pflanzen, welche Nahrung für Insekten bieten und diese wiederum als Nahrungsquelle für Feldvögel und andere Wildtiere dienen.
Im Rahmenkonzept Flusslandschaft Elbe wird außerdem die allgemeine Handlungsempfehlung gegeben erneuerbare, umweltverträgliche Energien zu fördern, auf die Errichtung von Windenergieanlagen in EU-Vogelschutzgebieten und Gebieten mit besonderer Bedeutung für das Landschaftsbild zu verzichten, ebenso wie auf den Neubau von Wasserturbinen in Wehren und bestehende Energiefreileitungen durch Erdverkabelung zu ersetzen.

Die folgenden Ausführungen stammen sowohl aus dem Rahmenkonzept des Biosphärenreservates Schaalsee aus dem Jahr 2003 und einer im Jahr 2008 durchgeführten Klimastudie zur Bewertung des Klimawandels und Entwicklung von Klimaschutzschutz- und Anpassungsstrategien in der Biosphärenreservatsregion Schaalsee. Momentan liegen außer der Standorte der Energieerzeugungsanlagen keine aktuelleren Dokumente bezüglich der Nutzung erneuerbarer Energien im Biosphärenreservat Schaalsee vor.
Im Rahmenkonzept des Biosphärenreservat Schaalsee (2003) wird gefordert, den Verbrauch natürlicher Ressourcen und den Primärenergieverbrauch durch geschlossene Stoffkreisläufe, den Einsatz regenerativer Energiequellen und durch Maßnahmen zur Energieeinsparung zu minimieren. „Hierbei ist eine Balance zwischen den Anforderungen des Artenschutzes und der nachhaltigen Energienutzung anzustreben“ (Amt für das Biosphärenreservat Schaalsee, 2008, S.38). Es wurde weiter geschrieben, dass erneuerbare Energien im Biosphärenreservat aufgrund fehlender Investitionsbereitschaft nur in geringem Umfang genutzt würden, Modellprojekte und anschauliche Demonstrationsanlagen fehlten weitgehend.
In der Klimastudie von 2008 wird von elf Biogasanlagen in der Biosphärenreservatsregion Schaalsee berichtet. Außerdem war 2008 ein Biomassezentrum zur Verwertung von Biomasse aus der Landschaftspflege geplant. In Kogel südlich des Schaalsees befindet sich außerdem eine Anlage zur energetischen Verwertung von Lebensmittelresten.
Ein Beispiel für Konflikte zwischen Energieerzeugung und Naturschutz im Biosphärenreservat Schaalsee ist das Wasserkraftwerk Farchau. Das Wasserkraftwerk liegt am Schaalseekanal und wird vom Schaalsee gespeist. Das Kraftwerk liegt zwar außerhalb der Biosphärenreservatsregion, der Bau des Kraftwerkes führte aber zu Wasserstandsabsenkungen im Schaalsee. Außerdem führte die vertraglich abgesicherte Frühjahrsabsenkung in der Vergangenheit zu einem „starken Rückgang von Feuchtgebieten und zu einer fortschreitenden Veränderung der Vegetation, verbunden mit Torfmineralisation und Nährstoffeinträgen in den Schaalsee“ (Umweltplan, 2008, S.7)
Von 2008 bis 2010 nahm das Biosphärenreservat Schaalsee mit dem Teilprojekt „Klima- Regional im Griff“ am Forschungs- und Entwicklungsvorhaben Biosphärenreservate als Modellregion für Klimaschutz und Klimaanpassung des BfNs teil.

Biosphärenreservat Bliesgau- Masterplan 100 % Klimaschutz
Im Folgenden sollen kurz Teile des integrierten Klimaschutzkonzeptes des im Südosten des Saarlandes liegenden Biosphärenreservates Bliesgau vorgestellt werden. Es wird von der UNESCO als „Good-Practice“ Beispiel für die Erreichung des 13. SDGs „Maßnahmen zum Klimaschutz“ geführt. Projekte, welche im Rahmen des vom „Masterplan 100 % Klimaschutz“ durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, und nukleare Sicherheit geförderten Konzeptes empfohlen werden, sind unter anderem: der Anbau von Energiepflanzen als Trittsteinbiotope für Tiere, die Vergärung von Gülle zur Reduktion von Treibhausgasemissionen und die Renaturierung von Auwäldern unter anderem zur Steigerung der Kohlenstoff-Sequestrierung. Auch wenn die lokalen Gegebenheiten im Biosphärenreservat Bliesgau (z.B. hohe Bevölkerungsdichte und Waldanteil im Norden, bevölkerungsarmer Süden mit Offenland) von denen in den Biosphärenreservaten der Modellregion abweichen, so kann doch als Beispiel dienen (vgl. hierzu Abschlussbericht Klimaschutz Biosphäre Bliesgau).

Dialogforum Erneuerbare Energien und Natur
Außerdem kann an dieser Stelle noch auf das Dialogforum Erneuerbare Energien und Natur von NABU und BUND in Baden-Württemberg verwiesen werden, welches unter anderem ein Beispiel für ökologische Trassenpflege vorstellt. Das Ziel des Dialogforums ist die konstruktive Unterstützung der Energiewende, insbesondere des Ausbaus der Windenergie, der Freiflächenphotovoltaik und der Verteilnetze. Um den Aus- und Umbau naturverträglich zu gestalten, bietet das Dialogforum Beratungen, Schulungen und Informationsmaterial. Ähnliche Formate könnten in der Modellregion initiiert werden.

ZENAPA – Zero Emission Nature Protection Areas
Das Projekt ZENEPA wird seit Ende 2016 im Rahmen des EU-Förderprogramms für Umwelt, Naturschutz und Klimapolitik „LIFE“ gefördert. Ziel des Projektes ist es, die Energiewende in Einklang mit den verschiedensten Anforderungen des Klima-, Natur- und Artenschutzes zu bringen. Dabei wird die CO2-Neutralität von Großschutzgebieten, u. a. Nationalparks, Biosphärenreservate, Naturparks und deren umliegende Regionen angestrebt. Eine wesentliche Vorgabe ist dabei die Umsetzung der nationalen und europaweiten Klimaschutzziele, unter Berücksichtigung der nationalen und europäischen Biodiversitäts- und Bioökonomiestrategien.

Amt für das Biosphärenreservat Schaalse (Hrsg.). (2008). Rahmenkonzept Biosphärenreservat Schaalsee.

Biosphärenreservatsverwaltung Mittelelbe (Hrsg.) In Zusammenarbeit mit der Biosphärenreservatverwaltung Niedersächsische Elbtalaue und der Biosphärenreservatverwaltung Flusslandschaft Elbe – Brandenburg. (2010). Leitfaden Bioenergie und Naturschutz. www.elbtalaue.niedersachsen.de Zuletzt aufgerufen am 20/08/2020

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Gehrlein, U., Mengel, A., Milz, E., Hoheisel, D., Barthelmes, B., Düsterhaus, B.,
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Gehrlein, U, Mengel, A., Milz, E., Hoheisel, D., Barthelmes, B., Düsterhaus, B.,
Mathias, C., Liesen, J., Baranek, E. & Schubert, S. (2017b). Nationale Naturlandschaften und erneuerbare Energien. FKZ 3512 82 0100. Gesamtbericht. Band 2. BfN-Skripten. Bonn – Bad Godesberg.

Gehrlein, U, Mengel, A., Düsterhaus, B., Barthelmes, B., Milz, E. & Hoheisel, D.
(2017c). Nationale Naturlandschaften und erneuerbare Energien. Anhang II.5 zum Gesamtbericht des gleichnamigen F+E-Vorhabens. Fallbeispielanalyse Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue. Frankfurt am Main/Kassel

Heiland, S. & Gyimóthy, A. (Hrsg.). (2019). Klima- und Naturschutz: Hand in Hand; ein Handbuch für Kommunen, Regionen, Klimaschutzbeauftrage, Energie-, Stadt- und Landschaftsplanungsbüros. Bundesamt für Naturschutz. www.tu.berlin.de. Zuletzt aufgerufen am 25/08/2020

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Thrän, D., Bunzel, K., Bovet, J., Eichhorn, M., Hennig, C., Keuneke, R., Kinast, P. & Klenke, R. (2020). Naturschutzfachliches Monitoring des Ausbaus der erneuerbaren Energien im Strombereich und Entwicklung von Instrumenten zur Verminderung der Beeinträchtigung von Natur und Landschaft („EE-Monitor“). BfN-Skripten: Bd. 562. Bundesamt für Naturschutz.

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Weselek, A., Ehmann, A., Zikeli, S., Lewandowski, I. & Högy, P. (2019). Agrophotovoltaik – Auswirkungen auf Mikroklima und landwirtschaftliche Erträge. In: Mühlrath, D., Albrecht, J., Finckh, M. R., Hamm, U., Heß, J., Knierim, U. & Möller, D.(Hrsg.) Innovatives Denken für eine nachhaltige Land- und Ernährungswirtschaft. Beiträge zur 15. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau, Kassel, 5. bis 8. März 2019, Verlag Dr. Köster, Berlin