Good Practice Beispiele

Nachhaltiges Wirtschaften  kann auf sehr  unterschiedliche Art und Weise umgesetzt werden. Auf dieser Seite werden neun Beispiele aus der Region und unmittelbarer Nähe vorgestellt, die als Inspiration und vielleicht sogar als Wegweiser dienen können. Um in der Vielfalt der Darstellungen nicht den Überblick zu verlieren, sind die Beispiele Sektoren zugeordnet. Die Beispiele des Gelingens stammen aus sechs der neun unten beschriebenen Sektoren. Für mehr Informationen und Eindrücke der hier nicht repräsentierten Bereiche lohnt sich ein Blick auf die Karte [interne Verlinkung zur Karte]. Inspiriert ist die Einteilung in Sektoren sowie auch der gestalterische Aufbau der einzelnen Beispiele von der Broschüre Nachhaltige Bioökonomie in Brandenburg Biobasierte Wertschöpfung – regional und innovativ des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz des Landes Brandenburg.

In den Bereich Forschung & Innovation fallen vorwiegend Forschungszentren sowie regionale Fachhochschulen und Universitäten. Dabei liegt der Fokus auf Forschungsvorhaben und Innovationen, die auf eine nachhaltige Entwicklung ausgelegt sind. Zudem fördert der Sektor der Forschung & Innovation die Vernetzung zwischen Akteur*innen, um beispielsweise den Bereich der Bioökonomie [interner Link zu Bioökonomie] voranzutreiben. Auch sehr aktive Vereine und innovative Netzwerke können diesem Bereich zugeordnet werden.

Im Nachhaltigen Bauen, Forst- & Holzwirtschaft geht es um den schonenden Einsatz von Rohstoffen wie Holz, Lehm und weiteren Baumaterialien. Ziel ist es, einen schonenden Umgang mit Ressourcen zu fördern und Gebäude möglichst zukunftsgerecht und umweltfreundlich zu gestalten. Dies kann beispielsweise durch eine optimierte Dämmung erreicht werden. In diesen Bereich fallen sowohl Unternehmen im Bereich Architektur oder im Bauwesen als auch themenrelevante Projektförderungen.

Viele Rest- und Abfallstoffe bleiben trotz großen Potenzialen der Weiterverwertung ungenutzt. Gemäß der Kreislaufwirtschaft [interner Link zu Kreislaufwirtschaft] sollen Komponenten jedoch möglichst lange im Kreislauf der Produktion und Nutzung bleiben. In der Metropolregion Hamburg (MRH) [interner Link zur Metropolregion Hamburg] gibt es Unternehmen im produzierenden Gewerbe sowie in der Abfallwirtschaft, die sich dem Konzept der Kreislaufwirtschaft [interner Link zu Kreislaufwirtschaft] angenommen haben, um so den Lebenszyklus von eigentlichen Abfallstoffen zu verlängern.

Unternehmen stehen vermehrt in der Verantwortung ihren Ressourcenverbrauch zu verringern. Erfolgreiches Umweltmanagement sollte, solange es sich nicht um beschönigende Versuche wie z.B „Greenwashing” handelt, sinnvoll kommuniziert werden. In den Bereich Kommunikation & IT fallen Agenturen, die beratend in der Nachhaltigkeitskommunikation tätig sind und der Region helfen, nachhaltige Projekte oder Vorgaben zielgerichtet nach außen zu kommunizieren. Des Weiteren existieren nachhaltige IT-Unternehmen in der MRH, die den vermehrten Ressourcenverbrauch durch effizientere Hard- und Softwarelösungen verringern.

Der Bereich Land-, Fischerei und Ernährungswirtschaft handelt von der Nahrungsproduktion auf dem Land und aus dem Wasser sowie der angeschlossenen Vermarktung. In diesen Bereich fallen biologische Landbetriebe, nachhaltige Fischereien und Läden, die regionale Produkte vertreiben. Die regionale Ernährungssouveranität soll gewährleistet und die Bestände natürlicher Ressourcen auch für zukünftige Generationen erhalten werden.

Der Sektor der Dienstleistungen ist breit gefächert und umfasst sowohl „Coworking-Spaces“, die Menschen ein gemeinschaftliches und kooperatives Arbeitsumfeld und technische Infrastruktur auf dem Land ermöglichen, als auch Dienstleistungen im landwirtschaftlichen und betrieblichen Bereich.
In nachhaltigkeitsorientierten Dienstleistungen stehen die nutzungs- und ergebnisorientierten
Kundenbedürfnisse im Vordergrund. Folglich können Dienstleistungen Produkte ergänzen oder die Vermarktung von Produkten gänzlich ersetzen, um den gesellschaftlichen Konsum zu verringern. Ein Beispiel hierfür ist Car-oder Bikesharing, welches den individuellen Besitz von Transportmitteln
ersetzt oder ergänzt.

Im produzierenden Gewerbe sind viele Betriebe bemüht, einen verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt und Ressourcen zu praktizieren. Dabei sollten auch soziale Aspekte wie der Schutz der Mitarbeitenden oder die Ermöglichung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung berücksichtigt werden. Bezüglich der ökologischen Nachhaltigkeit kann das produzierende Gewerbe vermehrt auf erneuerbare Rohstoffe [interner Link zu Bioökonomie] oder recyclingfähige Materialien zugreifen. Die regionale Vermarktung spielt ebenfalls eine Rolle, weshalb auch Läden mit regionalem Handwerk aufgeführt sind.

Industrie- & Handelskammern vertreten als regionale Verbände die Interessen der ansässigen Unternehmen vor Politik und Verwaltung. Zudem beraten sie im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildungen und stehen Menschen für die Unternehmensgründung sowie Rechtsauskünfte zur Seite. In der Biosphärenregion Schaalsee-Elbe [interner Link zu Unsere Modellregion] liegen zwei Industrie- und Handelskammern in Lüneburg und Schwerin. Weitere Informationen finden sich in diesem Wiki unter dem Bereich Nachhaltiges Wirtschaften in der Region [interner Link zu Wirtschaftsförderungen].

Wirtschafts- und Regionalförderungen sind für die Stärkung bestehender sowie der Etablierung weiterer Wirtschaftsbetriebe in der jeweiligen Region verantwortlich. Dabei sind sie entweder in der Regionalverwaltung verankert oder auch als private Gesellschaften für den Landkreis oder die Kommune zuständig. Aufgabengebiete umfassen die Sicherstellung der Finanzkraft einer Region, die Stärkung der Wirtschaftsstruktur und die Schaffung von Arbeitsplätzen. In dem Wiki Abschnitt In der Region [interner Link zu In der Region] gibt es weiterführende Informationen zu Wirtschaftsförderungen [interner Link zu Wirtschaftsförderungen] sowie zu beispielhaften geförderten Projekten aus der MRH.

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Superseven

Mikro- und Nanoplastik gehört zu den größten Umweltproblemen der heutigen Zeit. Selbst in der Tiefsee wurden bereits Organismen entdeckt, die Mikroplastik in sich aufgenommen haben. Ein Teil des Problems sind nicht kompostierbare bzw. recycelbare Plastikverpackungen. Diesem Problem hat sich die SUPERSEVEN GmbH – Gesellschaft für kreisläufige Produktentwicklung – angenommen.

Regionalwert AG

Es gibt viele Gründe für eine Agrarwende: bspw. Monokulturen, das Bienen- oder
Höfesterben. Die vermeintlich billige Landwirtschaft verursacht Kosten wie Umweltverschmutzungen, die künftige Generationen werden zahlen müssen. Doch es gibt auch Alternativen. Die Regionalwert AG Hamburg setzt sich für eine enkeltaugliche Landwirtschaft ein – regional, ökologisch und gemeinsam.

Voelkel

In Zeiten von Massentierhaltung und Monokulturen in der Landwirtschaft sowie den zahlreichen damit verbundenen negativen Auswirkungen für Mensch und Umwelt zeigt sich Voelkel als Traditionsunternehmen mit Vorbildfunktion. Verantwortung für Mensch und Natur – diesen Grundsatz verfolgt die Naturkostsafterei schon seit ihrer Gründung 1936 und produziert ausschließlich in Bio, vorzugsweise in Demeter Qualität.

Deltagrün

Was hat Bauen und Beton mit Klimawandel zu tun? Viel, denn laut des IPCC Berichts werden durch den Kalkabbau 1.352 Gt
CO2 verursacht und gut nochmal so viel durch dessen Verarbeitung. Die Firma Deltagrün Architektur zeigt, dass auf diese
klimaschädlichen Baustoffe verzichtet werden kann. Sie bauen Gebäude aus natürlichen und nachwachsenden Rohstoffen wie Stroh, Holz oder Lehm und haben sich nachhaltiges Bauen zur Passion gemacht.

Bohlsener Mühle

100 % Bio, enkeltauglich und zukunftsfähig. Die Bohlsener Mühle verarbeitet Getreide,
Ölsaaten und Hülsenfrüchte zu Mehl, Flocken und Co. Das Wirtschaftsverständnis wird von dem ökologischen Imperativ geprägt. Der ökologische Imperativ lautet nach Volker
Krause, Vorstand der Bohlsener Mühle, wie folgt: „Handle so, dass spätere Generationen mindestens die gleichen Lebensbedingungen vorfinden wie wir!“ (Waldherr & Krause, 2020, S. 18).

Gläserne Molkerei

100% Bio – dafür steht die Gläserne Molkerei. Als Unternehmen setzt sie auf Nachhaltigkeit und Transparenz. Dazu gehören kurze Transportwege und die bewusste Standortwahl im ländlichen Raum, regelmäßige Betriebsführungen für Verbraucher*innen und ein vorbildliches
Energiemanagementsystem. Als Teil dessen hat sich die Gläserne Molkerei freiwillig verpflichtet, ihren Energieverbrauch bis zum Jahr 2040 um 40 % zu senken.

Grüne Werkstatt Wendland

Wohnen und Arbeiten auf dem Land. Viele junge Leute zieht es hinaus aus den Städten
– das Wendland bietet dafür attraktiven Lebensraum. Doch wie steht es mit dem Arbeiten in einer dünn besiedelten Region?Die Grüne Werkstatt Wendland vernetzt innovative Unternehmen mit Schulen und Hochschulen und schafft neue Wohn- und Arbeitsformen. So zeigt sie neue Wege auf und zwar nicht nur für Wohnen und Arbeiten, sondern auch im Denken.

Hof Tangsehl

Hof Tangsehl ist eine Solidarische Landwirtschaft. Das bedeutet, es besteht eine Wirtschaftsgemeinschaft aus Landwirtschaftlichem Betrieb & Verbraucher*innengemeinschaft. Die Besonderheit dabei: es wird nicht das einzelne Produkt bezahlt, sondern der gesamte Produktionsprozess durch die Verbraucher*innen vorfinanziert. Das Konzept bietet großes Potential aus wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und ökologischer Perspektive.

Kompetenzzentrum 3N

Die Verabschiedung einer nationalen Bioökonomiestrategie im Januar 2020 (BMBF 2020) zeigt: Weiterwirtschaften wie bisher ist in Anbetracht der globalen Klimaprobleme nicht möglich. Doch wie kann es anders gehen? Das 3N Kompetenzzentrum hat es sich zu einer zentralen Aufgabe gemacht, biobasierte
Wertschöpfungsketten zu fördern, um das Konzept der Bioökonomie in die Praxis zu bringen.

Rupp, J., Bluhm, H., Hirschl, B., Grundmann, P., Meyer-Aurich, A., Huwe, V., & Luxen, P. (2020). Nachhaltige Bioökonomie in Brandenburg Biobasierte Wertschöpfung – regional und innovativ.