Hof Tangsehl

Hof Tangsehl ist eine Solidarische Landwirtschaft. Das bedeutet es besteht eine Wirtschaftsgemeinschaft aus landwirtschaftlichem Betrieb und Verbraucher*innengemeinschaft. Die Besonderheit dabei: es wird nicht das einzelne Produkt bezahlt, sondern der gesamte Produktionsprozess durch die Verbraucher*innen vorfinanziert. Das Konzept bietet großes Potenzial aus wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und ökologischer Perspektive.

Land, Fischerei und Ernährungswirtschaft​

Handwerk / Produzierendes Gewerbe

Niedersachsen, Lüneburg, 21369 Nahrendorf

Die Betriebsgemeinschaft

“Die Schaffung und Bewahrung vielfältigster Lebensräume durch kleinstrukturierten Acker- und Gemüsebau, genauso wie die Weidehaltung unterschiedlicher Nutztierarten sind neben der Erzeugung von Lebensmitteln unser wichtigstes Ziel in Tangsehl” ist auf der Internetseite des Hof Tangsehl  zu lesen. Als zertifizierter Demeter-Betrieb bewirtschaftet die junge Betriebsgemeinschaft rund 120 ha. Außerdem gehört eine kleine Milchviehherde, deren Milch vor Ort zu Joghurt, Quark und verschiedenen Weich- und Hartkäsesorten verarbeitet wird, und ein Hühnermobilstall mit 225 Legehennen zum Betrieb. Am Hof gibt es einen Hofladen sowie Kooperationen mit Bioläden in der Region. Der Großteil der erzeugten Produkte wird jedoch direkt ab dem Hof beziehungsweise in Depots in Lüneburg an die Mitglieder der Solidarischen Landwirtschaft abgegeben. Der Hof liegt in der Ostheide am Rand des Wendlandes, eine aufgrund der Bodeneigenschaften anspruchsvolle Lage für einen landwirtschaftlichen Betrieb. Für ihre besonders umwelt- und ressourcenschonende, tiergerechte ökologische Bewirtschaftung wird die Wirtschaftsgemeinschaft Tangsehl durch mehrere Maßnahmen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) gefördert.

Das Konzept

Solidarische Landwirtschaft (kurz Solawi) ist nicht nur eine Wirtschaftsweise oder Möglichkeit der Vermarktung. Durch die jährliche Vereinbarung zwischen Erzeuger*innen und Konsument*innen wird die gesamte landwirtschaftliche Produktion einschließlich der Löhne, Pacht, Maschinen und Betriebsmittel finanziert, sodass die erwirtschafteten Nahrungsmittel nicht verkauft, sondern unter den Mitgliedern verteilt werden. Wolfgang Stränz vom Buschberghof, einer der ältesten, ebenfalls in der Metropolregion Hamburg gelegenen Solawis formuliert das Konzept treffend: „Die Lebensmittel verlieren ihren Preis und erhalten so ihren Wert zurück.“. Von dem selbst geschaffenen transparenten Wirtschaftskreislauf profitieren alle Beteiligten. Solidarische Landwirtschaft trägt zur Existenzsicherung und mehr Gestaltungsspielraum der in der Landwirtschaft arbeitenden Menschen bei, erhält und fördert eine nachhaltige landwirtschaftliche Praxis und schafft einen Erfahrungs- und Bildungsraum. Einen guten

Eindruck des Konzepts gibt das Video des Netzwerks Solidarische Landwirtschaft e. V.

Gemeinschaftliche Erzeugung saisonaler und regionaler Lebensmittel

  • Beitrag zur nachhaltigen Regionalentwicklung
  • Transparenz und Wertschöpfung in der Lebensmittelerzeugung
  • Ernährungssouveränität

Solidarische Landwirtschaft

Wirtschaftskreislauf: sozial, ökologisch, innovativ

Bashford, J., Cross, K., Eichinger, W., Georgakakis, A., Iserte, M., Kern, F. et al. (2013). European handbook on community supported agriculture. Sharing Experience.

Boddenberg, M., Frauenlob, M. H., Gunkel, L., Schmitz, S., Vaessen, F., & Blättel-Mink, B. (2017). Solidarische Landwirtschaft als innovative Praxis–Potenziale für einen sozial-ökologischen Wandel. In Soziale Innovationen für nachhaltigen Konsum (pp. 125-148). Springer VS, Wiesbaden.

Hof Tangsehl. (2020). ↗Essen ist politisch. tangsehl.de. Zuletzt aufgerufen am 14.08.2020 [https://www.tangsehl.de/essen-ist-politisch/]

Hof Tangsehl. (2020). ↗Betriebsbeschreibung. tangsehl.de Zuletzt aufgerufen am 14.08.2020 [https://www.tangsehl.de/stellenangebote-gaertnerei/]

Netzwerk Solidarische Landwirtschaft e.V. (2020). ↗Das Konzept. solidarische-landwirtschaft.org. Zuletzt aufgerufen am 14.08.2020. [https://www.solidarische-landwirtschaft.org/das-konzept]

Wild, S. (2012). Sich die Ernte teilen: Einführung in die solidarische Landwirtschaft. Satzweiss. com.

Best, R., Heintz, V., Kraiß, K., Maschkowski, G., Stränz, W. (2016). Solidarische Landwirtschaft. Gemeinschaftlich Lebensmittel produzieren. aid infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e. V.