Stimmen aus der Region

„Neue Arbeit, neue Wege und neues Wohnen. Dabei heißt Neue Wege nicht nur Mobilität, sondern eben auch neue Wege im Denken zu propagieren. Und diese drei Dinge muss man eigentlich immer im Kontext sehen."

Michael Seelig (Grüne Werkstatt Wendland)

„Unser Leitbild ist es gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern regionale Ernährungssouveränität zu erreichen. Jede Regionalwert AG will möglichst viele Ressourcen für die Ernährung in der eigenen Region sichern und auszubauen oder neu schaffen. Das geht nicht von heute auf morgen, aber wir sind unterwegs!“

Ulf Schönheim (Regionalwert AG Hamburg)

„Nachhaltiges Wirtschaften muss nicht altruistisch sein, sondern letztendlich ist es wirtschaftlich vollkommen rational. So wie die überwiegenden Unternehmen heute wirtschaften, zerstören sie unsere Lebensgrundlage und damit auch unsere Wirtschaftsgrundlage.“

Philip Luthardt (Bohlsener Mühle)

Gemeinsam, zukunftsfähig, enkeltauglich. Nachhaltiges Wirtschaften ist ein weiter Begriff, der auf unterschiedliche Weise mit Leben gefüllt und in die Praxis übersetzt werden kann. Um eine Idee von der Vielfalt der Konzepte und Praktiken in der Region zu bekommen, wurden im Rahmen des Projektes „Nachhaltige Regionalentwicklung der Metropolregion Hamburg“ Nachhaltigkeitspioniere interviewt. Die entstandenen Blitzlichter sollen einen ersten Eindruck vermitteln, wie divers die Auffassung und Umsetzung nachhaltigen Wirtschaftens ist, sie sind aber weder vollständig noch für die Region repräsentativ.
Die Interviews wurden mit Pionieren im Bereich der Landwirtschaft, der landwirtschaftlichen Verarbeitung und des bürgerlichen Engagements geführt. Philip Luthardt ist Nachhaltigkeitsmanager der Bohlsener Mühle [interner Link zum Best Practice Bohlsener Mühle], er betont die Notwendigkeit ökologischen Landwirtschaftens. Um sich von der Mainstream-Nutzung des Begriffes „nachhaltig“ abzugrenzen, nutzt die Bohlsener Mühle die Begriffe zukunftsfähig oder enkeltauglich. Auch Ulf Schönheim von der Regionalwert AG Hamburg bevorzugt den metaphorischen Begriff enkeltauglich, da er greifbarer ist. Die Regionalwert AG Hamburg fördert Kooperation und Austausch, um regionale Wertschöpfungsketten auszubauen und somit das Ziel einer Ernährungssouveränität in der Region zu erreichen. Michael Seelig und Renate Ortmanns-Möller engagieren sich in der Grünen Werkstatt Wendland, die nicht gerne redet, sondern lieber handelt. Durch zahlreiche Projekte machen sie den Begriff nachhaltiges Wirtschaften anfass- und erlebbar. In den Good Practice Beispielen sind weitere detaillierte Informationen über die Bohlsener Mühle, die Regionalwert AG Hamburg und die Grüne Werkstatt Wendland zu finden. Alle Blitzlichter zeigen, dass es nicht die eine Definition oder Praxis des nachhaltigen Wirtschaftens gibt, sondern dass diese vielfältig sind. Trotzdem streben alle auf ihre Art danach eines zu sein: zukunftsfähig.

Wirtschaftsstruktur

Um Potentiale herausarbeiten zu können und Chancen für Innovationen und Kooperationen zu erkennen, ist es zunächst wichtig, zu erfassen, welche Strukturen und Institutionen allgemein schon in der Region vorhanden sind, um später auch auf diese zurückgreifen zu können und einen Ansatzpunkt zu haben. Die Wirtschaftsstruktur gibt außerdem Aufschluss darüber, in welchen Sektoren besonders viele Personen tätig sind – also was hier arbeiten für die Personen vor Ort bedeutet – und wieviel die jeweiligen Sektoren zur Bruttowertschöpfung beitragen – also was hier arbeiten für die Kommunen bedeutet.
Zur Beschreibung der Wirtschaftsstruktur liegt der Fokus im Folgenden daher hauptsächlich auf der Bruttowertschöpfung sowie der Anzahl der Beschäftigten. Außerdem werden einige allgemein wichtige Wirtschaftsakteur*innen [interner Link zum Ende der Seite] aus der Region benannt. Auf Wirtschafts- und Regionalförderungen [interner Link zu Wirtschafts- und Regionalförderung] sowie die Industrie- und Handelskammern [interner Link zu IHKs] und nachhaltige Wirtschaftsakteur*innen [interner Link zu den nachhaltigen Wirtschaftsakteur*innen] aus der Region wird hier noch nicht weiter eingegangen.

Viele der wichtigen Wirtschaftsakteur*innen finden sich im Kreis Herzogtum Lauenburg bzw. im Landkreis Lüneburg, was sich auch in der Bruttowertschöpfung sowie der Anzahl der Beschäftigten der jeweiligen Kreise widerspiegelt. Neben den Wirtschaftsförderungen und Industrie- und Handelskammern (IHK), die in jeder Region wichtige Ansprechpartner*innen für Unternehmen darstellen, gibt es in der Region noch weitere Wirtschaftsakteur*innen, denen entweder wegen der Zahl der Beschäftigten bzw. Mitglieder und/oder der Höhe des generierten Umsatzes eine wichtige Rolle in der Region zukommt. Hierzu zählen Netzwerke wie der Hansebelt e.V., foodRegio, das REACH-Netzwerk Hamburg oder der Landesverband Nord für Maschinen- und Anlagenbau, aber auch Unternehmen wie Smurfit Kappa, Worlée Chemie oder Panasonic betreiben Standorte in der Region. Auch Bildungs- und Forschungseinrichtungen [Forschung und Innovation] wie das Helmholtz- Zentrum für Material- und Küstenforschung in Geesthacht oder die Leuphana Universität Lüneburg gibt es in der Region. Einen detaillierten Überblick über die Akteur*innen zeigt die unten stehende Tabelle. Die hier genannten Akteuer*innen sind nur erste Beispiele und stellen sicherlich nur einen Bruchteil der relevanten Wirtschaftsakteur*innen der Region dar.