Kultur/Sport

Kunst und Kultur für nachhaltige Entwicklung

Dieser Abschnitt ordnet ein, welche Rolle Kunst und Kultur für eine nachhaltige Entwicklung spielt/ spielen kann. Hierfür werden zunächst der theoretische Kontext und die Entwicklung dieses Themas in den vergangenen Jahren beleuchtet. Anschließend werden besondere Beispiele guten Gelingens in der Projektregion und weiterführende Ressourcen, z. B. überregionale Beispiele und Fördermöglichkeiten, beleuchtet.

Theoretischer Hintergrund

Kultur wird zum einen als Gefüge aus Religion, Wissenschaft, Kunst, Moral, Gesetzen, Gewohnheiten und Bräuchen gefasst. Es beinhaltet aber auch das, was ein Mensch in der Gesellschaft erlernt und dann auch an die nächste Generation weitergibt. Kultur wird aber auch als Kunst definiert, worunter Bilder, Erzählungen, Musik, Design und Architektur fallen. Kunst und Kultur schafft, reflektiert und dokumentiert bestehende Normen in der Gesellschaft (Nünning, 2009). Kultur und gesellschaftliche Transformation stehen in enger Verbindung mit nachhaltiger Entwicklung (Kagan, 2013: 13). In einer Modellregion der Nachhaltigkeit sollte sich Nachhaltigkeit durch alle Lebensbereiche ziehen und somit auch an Orten, wie Veranstaltungen und Museen, Normalität werden. Dies ist eine Bedingung, um gesellschaftlichen Wandel voranzubringen. Gabriele Rippl (2007: 38) zeigt auf: “Nur durch das Einbinden von Kultur kann der Wandel zu einer nachhaltigen Gesellschaft beschleunigt werden“.

Kompetenzen, die für einen Wandel benötigt werden, können im kulturellen Rahmen (z. B. Theater, Musik) erprobt werden. Kunst und Kultur zeichnet sich durch Veränderungsprozesse aus und es geht ganz zentral darum, neue Dinge auszuprobieren, Grenzen zu übertreten und Unbekanntes zu erkunden (Deutscher Kulturrat, 2019). Auch werden Empathie und der Wechsel von Perspektiven unterstützt (ebd.). Der Kulturbereich sehe sich in einer Verantwortung für eine Aufbrauchstimmung zu sorgen, die zur Erreichung der Klimaziele und der Sustainable Development Goals notwendig sei (ebd.). Gegebenenfalls muss sich die Menschheit auf dem Weg zur nachhaltigen Entwicklung aber auch „zurückentwickeln“ und Traditionen und Techniken wiederbelebt werden. Zu diesen Techniken, die nachhaltige Entwicklung unterstützen gehört zum Beispiel der Lehmbau. Ein wichtiger Ort für das Erlernen dieser Fähigkeiten sind Werkstätten (Leipprand, 2012), die in der Projektregion in einer Vielzahl vorhanden sind. Durch diesen experimentellen Charakter der Kunst eignet sie sich als „Spielwiese“/ Experimentierfeld für nachhaltige Entwicklung und somit einen damit verbundenen kulturellen Wandel.


[Bild 1, Beschreibung:] Der Künstler Leon Löwentraut malte #Art4GlobalGoals für die UNESCO zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung. Das Bild stellt das vierte Ziel „Quality Education“ dar.

Insgesamt zeichnet sich ein kultureller Wandel zu nachhaltiger Entwicklung durch Partizipation und Teilhabe[interner Link zu Jugendpartizipation] aus, damit möglichst viele Menschen von Erfahrungen im kulturellen Raum, aber auch in anderen Bereichen, profitieren und aktuelle gesellschaftliche Fragen thematisiert werden können.

Nachhaltigkeit in kulturellen Institutionen und Veranstaltungen

Im Jahr 2019 forderten zahlreiche Museumshäuser in einem offenen Brief an Frau Prof. Dr. Monika Grütters, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, mehr Klimaschutz in ihren Museen. Sie fordern „eine zentrale Taskforce, die sich einzig den klimapolitischen Herausforderungen in Museen und anderen öffentlichen Ausstellungshäusern widmet“ (Monopol, 2019). Viele unterzeichnende Kunstschaffende engagieren sich für eine nachhaltige Entwicklung und „mit ihrer Innovationskraft kann die Kunst zu einer echten Ressource im Kampf gegen Umweltzerstörung werden“ (ebd.).

Fraglich ist lediglich, welche Aspekte ein nachhaltiges Museum ausmachen. Kriterien können zum Beispiel sein, dass es für alle Bevölkerungsgruppen offen ist und keine Barrieren hat. Außerdem entscheidend ist, woher die ausgestellten Exponate kommen und wie die Institution diese beschafft hat, auch ob Urheber*innen und Künstler*innen fair entlohnt werden (Deutsche Welle, 2019). Außerdem spielen auch die thematischen Schwerpunkte und Kooperationsprojekte der Institution eine Rolle.

Institutionen können auch zu nachhaltiger Entwicklung beitragen, indem sie ihren ökologischen Fußabdruck verringern, also ihren Ressourcenverbrauch reduzieren. Dies beinhaltet unter anderem Beschaffungsprozesse, Strom/Elektrizität, Treibhausgase/Klima, aber auch ein Umweltmanagement (z.B. EMAS). Eine zunehmende Anzahl von Kulturbetrieben veröffentlicht auch Nachhaltigkeitsberichte. Auf der Webseite von baumast. kultur & nachhaltigkeit werden bisher veröffentlichte Nachhaltigkeitsberichte von Kulturbetrieben gesammelt.

Überlebenskunst, das Initiativprojekt der Kulturstiftung und dem Haus der Kulturen der Welt, hat zudem mit verschiedenen kooperierenden Akteur*innen einen Leitfaden zu Nachhaltig produzieren im Kulturbereich veröffentlicht, der viele weitere spannende Ideen liefert.

Zahlen, Daten, Fakten

Es ist fraglich, ob Kultur als Fundament aller Formen der Nachhaltigkeit gesehen werden sollte, da erst durch Kultur der Übergang zu einer nachhaltigen Entwicklung möglich ist (Rippl, 2007). Der Diskurs über die Einbeziehung einer kulturellen Dimension in das Nachhaltigkeitsverständnis ist mit der Jahrtausendwende aufgekommen (Kagan, 2013). Nachhaltigkeit wird in vielen Theorien auf drei Säulen, Ökologie, Soziales und Ökonomie, gestützt (vgl. Pufé, 2007) – und könnte um die Säule Kultur ergänzt werden, wie bereits von der Deutschen UNESCO-Kommission gefordert (vgl. Deutsche UNESCO-Kommission, 2016). Grundlage für diese Forderung bildet das Tutzinger Manifest aus dem Jahr 2001 (Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V., 2001). Im Jahr 2004 wurde dann auch die Agenda 21 for Culture, die Kultur mit Menschenrechten, Diversität und sozialer Inklusion verbindet, verabschiedet. Schon während der Klimakonferenz 2009 in Kopenhagen (COP 15) fand zeitgleich eine Culture|Future-Konferenz zur Adaption von Kunst und Kultur für nachhaltige Entwicklung statt.

Im Fortschrittsbericht der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie aus dem Jahr 2008 fordert der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) die Idee der Nachhaltigkeit zum Thema für Stil, Sinn und Kultur des Lebens zu machen“ (Bundesregierung, 2008: 188). Auch die Deutsche UNESCO-Kommission verlangt eine Stärkung der kulturellen Dimension und kritisiert, dass dieser Aspekt in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie nicht ausreichend beleuchtet würde (Deutsche UNESCO Kommission, 2016). In den Sustainable Development Goals (SDGs) besteht ein Bezug zu Kultur in Ziel 4.7., 8.9. und 12. Diese Ziele werden in der untenstehenden Tabelle benannt.

Ein Positionspapier des Deutschen Kulturrats beleuchtet, weshalb die Agenda 2030 eine kulturelle Aufgabe ist. Dabei wird ein Bezug zwischen Kultur und allen 17 Zielen identifiziert (Deutscher Kulturrat, 2019). Nachhaltige Entwicklung sei eine kulturelle Herausforderung, da bestehende Gewohnheiten und Verhaltensmuster von Menschen hinterfragt werden müssen, um sich dann auf neue und unbekannte Zusammenhänge einzulassen. Dabei sollte bei einer Weiterentwicklung SDGs die kulturelle Ebene unbedingt stärker berücksichtigt werden. Kunst und Kultur seien, dem Deutschen Kulturrat zufolge, die Grundlage für einen kulturellen Wandel (Deutscher Kulturrat, 2019).

Wesentliche wissenschaftliche deutsche Institutionen, die die kulturelle Dimension in der nachhaltigen Entwicklung fördern, sind das à Kulturwissenschaftliche Institut Essen, die Universität Hildesheim (Institut für Kulturpolitik), die Leuphana Universität Lüneburg und der Deutsche Kulturrat.

Good Practice Beispiele in der Region

In der Region finden sich zahlreiche Projekte, die sich auf vielfältige Weise nachhaltiger Entwicklung zuschreiben lassen. Dies trifft in besonderer Weise auf die Institutionen und Partner der Biosphärenreservate zu. Diese Partner sind durch ihre nachhaltige Arbeitsweise als Werkstatt, Atelier oder traditionell arbeitender Betrieb besonders wertvoll für nachhaltige Entwicklung. Hierzu zählen zum Beispiel die Töpferei am Dom in Havelberg, die Wollwertladen in Danneberg und der Töpferhof Hohenwwos in Tewswoos.

Eine Vielzahl an Kulturbetrieben in der Modellregion ist auch gebündelt in der interaktiven Karte des Wikis eingetragen. Nicht dargestellt werden dort allerdings regionale Ateliers und Werkstätten.

Einige der in der Karte aufgeführten Projekte stechen ganz besonders durch ihren Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung hervor und ihren einzigartigen Charakter hervor.

Ein besonderes Beispiel für das Vorantreiben von nachhaltiger Entwicklung in der Projektregion ist die Kulturelle Landpartie. Während der Kulturellen Landpartie werden Grundstücke in der gesamten Region für Gäste geöffnet und es findet ein breites Kunst- und Kulturangebot statt. In mehr als 90 Dörfern finden Ausstellungen und Veranstaltungen statt, bei denen nachhaltige Entwicklung häufig eine Rolle spielt. Darüber hinaus ist die Kulturelle Landpartie ein wichtiger Raum der Begegnung und ist durch das freie Angebot für viele Menschen zugänglich. Einen Überblick über viele Künstler*innen bietet auch die Galerie im alphabetischen Register des Wendlands auf der Webseite der Kulturellen Landpartie. Weitere Informationen zur Kulturellen Landpartie finden sich auch im Abschnitt Hier Arbeiten.

Das Biosphaerium Elbtalaue im Schloss Bleckede stellt die hiesige Vogel- und Wasserwelt aus und hat eine Biber- und Aquarienlandschaft mit einer Vielzahl von Fischarten der Elbe. Dabei wird viel Wert auf die interaktive Gestaltung für Menschen aller Altersstufen gelegt. Das Haus zeichnet sich somit ganz besonders durch den Beitrag zu Bildung für nachhaltige Entwicklung aus.

Der Kulturbahnhof Hitzacker KUBA e.V. ist das ehemalig aktive Bahnhofsgebäude in Hitzacker und ein Treff- und Austauschpunkt für regionalen und internationalen Austausch und trägt so zu nachhaltigen Entwicklung bei. Auch der Kunstraum Tosterglope zeichnet sich durch die Arbeit als Laboratorium und für Konzerte, Tänze und Ausstellungen zeitgenössischer Kunst aus.

Good Practice Beispiele außerhalb der Region

Gute Beispiele außerhalb der Projektregion existieren vielfältig, die hier gewählten Beispiele siedeln sich (fast) alle im norddeutschen Raum an. Die Live-Reportage 3Grad Plus auf dem Sommerfestival 2019 des Hamburger Kampnagels widmet sich dem drohenden Kollaps der Klimakatastrophe.

Auch das Klimahaus Bremerhaven widmet sich den verschiedenen Klimazonen und zeichnet sich ganz besonders durch einen interaktiven „Erlebnis Charakter“ aus. Diese Ausstellung Perspektiven fokussiert sich dabei ganz besonders auf den Wandel des Klimas.

Kunst schafft Wissen e.V. arbeitet gemeinsam mit Berliner Schüler*innen den Klimawandel thematisch in Theaterstücke ein. Durch ihre Nominierung zum Zeit Wissen Preis ist das folgende Video entstanden, das weitere umfangreiche Informationen bietet.

Diese thematischen Schwerpunkte können aber insgesamt sehr vielseitig sein. Das Schokoladenmuseum in Köln informiert zum Beispiel, neben dem „normalen Ausstellung“ über die Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen in Kakao-Anbauländern sowie die ökologischen Herausforderungen des Kakaoanbaus und Lösungsansätzen. Auch das Dümmer Museum Diepholz, das Ozeanum in Stralsund und das LVR Lindlar.

Für Unterstützung:

Wenn Vereine, Initiativen, Institutionen oder Künstler*innen ihre Bemühungen für eine nachhaltige Entwicklung unterstützen lassen wollen, existieren einige mögliche Anlaufpunkte. Diese reichen von Fördertöpfen bis zu Beratungsunternehmen.

Der Fonds Nachhaltigkeitskultur“ des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE) adressiert gesellschaftliche Akteur*innen, die Nachhaltigkeit ins Zentrum kultureller Normen und Lebensstil-Muster setzen. Gefördert werden alle zwei Jahre transformative Nachhaltigkeitskultur-Projekte gemeinnütziger Akteur*innen. Im Jahr 2020 lag der Fokus auf Kultur + Nachhaltigkeit = Heimat.

Darüber hinaus existiert eine Vielzahl an Fördertöpfen, die zwar keinen spezifischen Schwerpunkt auf Kultur und Nachhaltigkeit legen, aber dennoch interessant sein dürften. Hierzu zählen Fördermittel für Kunst und Kultur des Landkreis NordwestmecklenburgFördermittel im Bereich Kunst und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern, der Förderpreis 2020 Kunst- und Kulturarbeit mit Kindern und Jugendlichen in Ludwigslust-Parchim, dasFörderprogramm Begegnung, Kultur und Sport der Aktion Mensch und der Kulturpreis und Jugendkulturpreis des Landkreises Nordwestmecklenburg.

Außerdem können Stiftungen kulturelle Akteur*innen in der nachhaltigen Entwicklung unterstützen, hier sind unter anderem die Kulturstiftungen in Niedersachsen, der Fonds Soziokultur und Freundinnen und Freunde der Heinrich Böll Stiftung. Außerdem ist der Creative Europe Desk ist die nationale Kontaktstelle für die Kulturförderung der Europäischen Union.

Das Programm Kultur macht stark! des Bundesministeriums für Bildung und Forschung adressiert Musikgruppen, Vereine und Theater- und Jugendgruppen und setzt sich für die Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen ein.

Umfangreiche Informationen zu Nachhaltigkeitsprojekten im Kulturbetrieb und, z. B. in Form eines Newsletters, rund um dieses Thema bietet baumast. kultur & nachhaltigkeit.

Ein weiterer internationaler Leitfaden für nachhaltiges Kulturmanagement wurde vom Goethe Institut publiziert. Der Inspirador will Ideen und Motivator in den Kategorien Verantworten, recyceln, zusammenarbeiten, kommunizieren, mobil sein und versorgen sein.

Das Bundesumweltministerium hat einen Leitfaden für die nachhaltige Organisation von Veranstaltungen veröffentlicht, der vielseitig anwendbar ist und regelmäßig aktualisiert wird.

Weitere Akteure sind das Green Touring NetworkGrünes Kino, Green Music Initiative und Green Shooting der MFG Baden-Württemberg.

 

Zusammenfassung

Nachdem Künstler*innen und Kulturschaffende in den letzten Jahren immer wieder auf Relevanz von Kunst/ Kultur in der Transformation zu Nachhaltigkeit hingewiesen haben, erkennen dies auch zunehmend internationalen Akteur*innen im Nachhaltigkeitsdiskurs an. Hierfür existiert auch eine zunehmende Anzahl an ideeller und materieller Förderung, die auch zunehmend von kulturellen Räumen der Begegnung genutzt wird. In der Projektregion existiert schon eine Vielzahl von relevanten Projekten, wie die interaktive Karte [hier interne Verlinkung zu interaktiver Karte] auf der Webseite deutlich aufzeigt. Diese Projekte haben noch erhebliche Potentiale ihre Rolle in der nachhaltigen Entwicklung auszubauen.

Sport

Auch Sport rückt zunehmend in den Fokus einer nachhaltigen Entwicklung, es ist ein sehr wichtiger Faktor für Lebensqualität und elementar im kulturellen Leben. Sport und Sportveranstaltungen können einen sehr wichtigen Beitrag zu nachhaltigem Konsum, Klimaschutz und Stadtentwicklung leisten. Außerdem verbindet Sport verschiedene Menschen – regional, national und global.

Daten, Zahlen, Fakten

Sport leistet insgesamt einen wichtigen Beitrag zu einer funktionierenden Gesellschaft. Er fördert die Gesundheit und trägt so zu SDG 4 „Gesundheit und Wohlergehen“ bei. Die Vereinten Nationen führen zudem genauer aus, wie Sport einen Beitrag zu allen 17 Zielen leisten kann (UN, o.J.). Das Bundesumweltministeriums (2017) fokussiert sich bei der Förderung von nachhaltiger Sportentwicklung darauf (1) wie Sportgroßveranstaltungen nachhaltig geplant und durchgeführt werden können, (2) wie Umwelt- und Naturschutz stärker in Sportvereinen verankern werden kann, (3) wie groß die ökologischen Auswirkungen von Sportvereinen sind und (4) welche Potentiale für Klimaschutz im Sport bestehen.

Weiterhin hat das BMU Leitprinzipien für nachhaltigen Sport festgelegt. Hierzu zählt, dass sich Akteur*innen, Organisationen, Institutionen sowie Individuen eigenverantwortlich mit Folgewirkungen eines nachhaltigen Sports identifizieren, sie ihren ökologischen Fußabdruck minimieren, Prozesse transparent ablaufen lassen, mit anderen Akteur*innen kooperieren und über die die Entwicklung von Nachhaltigkeit berichten (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, 2017:5).

[Bild 9, Beschreibung:] Leitprinzipien für nachhaltige Sportentwicklung (in Anlehnung an BMU, 2017)

Good Practice in der Projektregion

In der Projektregion führt der Kreissportbund Ludwigslust-Parchim seit 2016 zwei Projekte, im Rahmen der EU-Förderung zur Stärkung und Förderung ländlicher Räume (Leader), durch. Die Projekte unter dem Motto „Zukunftsfähiger Sportverein“ adressieren Lebensqualität in der Gemeinde, Sicherung eines aktiven Vereinslebens und der Gestaltung des künftigen Freizeit- und Gesundheitssporte.

Good Practice außerhalb der Projektregion

Eine konkrete Ideensammlung für Nachhaltigkeitsprojekte im Sport hat der Landessportbund Niedersachsen herausgebracht. Umgesetzte Ideen werden online auf einem Ideenboard gesammelt.

Der Leitfaden Sport und Nachhaltigkeit Mit dem richtigen Konzept in eine erfolgreiche Zukunft beinhaltet eine Vielzahl von Tipps, Checklisten zur Vereinsorganisation, Sportumfeld sowie -veranstaltung und sozialen Fragestellungen. Darüber hinaus wird noch die Aus- und Fortbildung adressiert. Green Champions ist ein Leitfaden für umweltfreundliche Sportgroßveranstaltungen des BMU. Diese allgemeingültigen Maßstäbe werden zunehmend von internationalen Veranstaltern genutzt und weiterentwickelt. Dazu existiert auch ein entsprechendes Onlineportal Green Champions 2.0.  Auch Sustainability.Sport ist eine Online-Plattform, die Bemühungen des Sports im Bereich der Nachhaltigkeit auf einer einzigen Plattform zusammenzufassen möchte.

Zusammenfassung

Die Verbindung zwischen nachhaltige Entwicklung und Sport wird seit einigen Jahren immer mehr gezogen. Hierbei erkennen Sportler*innen, Sportvereine und -institutionen zunehmend ihre Rolle an und setzen sich auch für nachhaltige Entwicklung im Sport ein. In der Projektregion gibt es bisher keine starken Verbindungen zwischen nachhaltiger Entwicklung und Sport, diese kann ich Zukunft noch erheblich ausgebaut werden.

Bundesregierung (2008). Fortschrittsbericht des Jahres 2008 der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie.

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (2020). Nachhaltiger Sport. 17.07.20.

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (2017). Sport 2020 – Impulsgeber für eine nachhaltige Gesellschaft.

Deutsche UNESCO Kommission (2016). Die kulturelle Dimension von Nachhaltigkeit stärken!

Deutsche Welle (2019). Wie nachhaltig deutsche Museen sind.  17.07.2020.

Deutscher Kulturrat (2019). Umsetzung der Agenda 2030 ist eine kulturelle Aufgabe: Positionspapier des Deutschen Kulturrates zur UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung.

Kagan, S. (2014). Art and sustainability: Connecting patterns for a culture of complexity (Vol. 25). transcript Verlag.

Leipprand, E. (2012). Nachhaltige Entwicklung als kulturelle Herausforderung. Bundeszentrale für politische Bildung. 06.08.2020.

Monopol (2019). Offener Brief: Wir brauchen einen “Green New Deal” für Museen []. Monopol Magazin. 17.07.2020.

Nünning A. (2009). Vielfalt der Kulturbegriffe . Bundeszentrale für politische Bildung. 02.08.2020.

Rippls, Garbriele (2017). Ein Plädoyer für kulturelle Nachhaltigkeit. S. 38. UniPress.

Schokoladen Museum (2020). Bildung für nachhaltige Entwicklung im Schokoladenmuseum. 17.07.20.